Teilnehmende Teams & Interview

Wir freuen uns in 10 Tagen zum 18. SAC die Teams vom VfB Stuttgart, Benfica Lissabon, SCR Altach, FC Lugano und FC Brunnen begrüssen zu dürfen.

Im Voraus durften wir ein Interview mit Giulio Fortis (Spieler bei den I Camaleonti, FCL Special Needs) und seiner Mutter führen. Der 1. Teil des Interviews mit Giulios Mutter könnt ihr ab sofort hier nachlesen.

Der 2. Teil mit Giulio selbst kommt am Montag online.


Giulio, 16 Jahre alt, freut sich auf die Teilnahme an unserem kommenden Special Adventure Camp im Juni. Trotz seiner halbseitigen Lähmung, mit der er seit seiner Geburt lebt, spielt er seit seinem fünften Lebensjahr Fussball. Er trainiert sowohl in einer normalen Fussballmannschaft als auch in einer Mannschaft für Menschen mit Behinderung. In unserem Interview sprechen Giulio und seine Mutter Mara über den positiven Einfluss, den der Fussball auf Giulios Leben hat.


Können Sie sich und Ihr Kind kurz vorstellen?


Mein Name ist Mara Fortis, ich bin die Mutter von Giulio. Ich bin 50 Jahre alt und wohne in Balerna im Kanton Tessin. Unser Sohn hatte bei der Geburt einen Schlaganfall, wodurch er halbseitig gelähmt ist, eine Lähmung der rechten Körperseite. Seit seiner Geburt haben wir es dank vieler verschiedener Therapien und vieler Anstrengungen geschafft, ein gutes Mass an Unabhängigkeit und Selbstständigkeit für sein weiteres Leben zu erreichen. Er spielt Fussball, fährt Ski, schwimmt, macht Gymnastik in der Schule, natürlich mit einigen Anpassungsmaßnahmen für ihn, und ist gerade dabei, eine berufliche Karriere zu beginnen. Er ist ein fröhlicher, lächelnder Junge. In dieser Zeit entwickelt er sich sehr, er ist nicht mehr das Kind, das er noch vor ein paar Monaten war.


Wie lange spielt Ihr Sohn schon Fussball? War es schwierig, einen Verein zu finden? Wie ist er aufgenommen worden? Gab es irgendwelche besonderen Herausforderungen ?


Unser Sohn spielt Fussball, seit er fünf Jahre alt ist. Es war nicht schwer, einen Verein zu finden, der ihn aufnimmt. Er wurde von seinen Mannschaftskameraden immer positiv aufgenommen. Als er größer wurde, wechselte er vom FC Chiasso zum FC Castello-Coldrerio, aber er hat sich immer gut in die Mannschaften integriert. Aber Giulio musste und muss sich auf dem Spielfeld immer sehr anstrengen, um geschätzt und akzeptiert zu werden: Der Fußball war sicherlich ein hervorragendes Training für sein Leben.


Vor zwei Jahren schloss er sich zusätzlich zum örtlichen Verein dem Special Needs Team von Boris Angelucci an, wo er eine völlig andere Realität entdeckte, da er es gewohnt war, mit Menschen ohne Behinderung zu trainieren. Da er sehr einfühlsam ist, fühlte er sich in diesem neuen Team sofort zu Hause. Da er selbst Schwierigkeiten hat, kann er die der anderen gut verstehen. Und das Special Needs Team hat ihn sehr herzlich aufgenommen. Manchmal bemerkt er, dass seine Teamkollegen mehr Schwierigkeiten haben als er, und das gibt ihm ein Gefühl der Stärke und steigert sein Selbstwertgefühl. Im Team von Castello Coldrerio, wo die Jungs mehr " Mühelosigkeit" haben, muss er sich manchmal sehr anstrengen und mehr als andere seine Fähigkeiten und seine Hingabe zeigen.


Warum möchte Ihr Sohn an dem Special Adventure Camp teilnehmen? Ist es das erste Mal, dass er an einem Fußballcamp/einer Fußballfreizeit teilnimmt? Wenn ja, welche positiven Dinge hat ihm die Erfahrung eines Sporturlaubs in der Vergangenheit gebracht?


Es ist nicht das erste Mal, dass er an einem Camp teilnimmt, er hat es schon als Kind gemacht, aber es war keine sehr positive Erfahrung. Er fühlte sich allein und hat versucht, alles selbständig, mit einer Hand zu machen, und leider waren die Betreuer nicht sehr vorbereitet und nicht wirklich einfühlsam. Das hat ihm Angst gemacht, er wollte nicht mehr in ein Lager gehen. Aber er war sehr jung und jetzt ist sein Charakter etwas gefestigt, und mit dem Team vom FC Lugano Special Needs wird es sicher eine andere Erfahrung sein.


Wie haben Sie als Eltern auf die Einladung zum SAC reagiert?


Wir sind sehr glücklich. Wenn er teilnehmen möchte, könnte es eine tolle Erfahrung für ihn sein und wir vertrauen den CAMALEONTI Special Needs Coaches voll und ganz, daher sind wir sehr beruhigt.

Was sind die grössten Herausforderungen für Sie als Eltern in Bezug auf Giulio? Ist das Camp eine willkommene "Pause" für Sie als Eltern?


Die grösste Herausforderung für uns Eltern ist es ihm immer mehr Selbständigkeit zu ermöglichen und, dass er die Gegebenheiten des Lebens versteht und in guten wie in schlechten Zeiten verantwortungsvoll damit umgeht, immer mit Respekt vor anderen. Giulio braucht nicht viel Hilfe, ein wesentliches, noch nicht gelöstes ist, ist das Schneiden von Nahrung, vor allem Fleisch, ansonsten ist er ziemlich selbständig.

Für uns Eltern ist es nicht eine Pause, sondern eine Freude, dass er etwas selbständig macht, ohne dass wir hinter ihm stehen. Aber natürlich eine ab und zu eine Pause von den Kindern freut alle Eltern.