//Viele Tore, wertvoller Erfahrungsaustausch und starke Emotionen

Mit dem Special Adventure Camp Innerschweiz 2020 vom 14.-19. September konnten wir trotz Covid-19 Jugendlichen mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung ein Sportcamp der besonderen Art ermöglichen. Fussballbegeisterte Kids konnten sich für gemeinsame Erlebnisse treffen. Zeitgleich wurde das Camp genutzt, um die Thematik «Inklusion» einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Etwas traurig waren die Spieler und Teams, die wegen der Corona-Pandemie leider nicht teilnehmen konnten.

Auf dem Camp-Programm standen nebst den Trainingseinheiten auch Inklusionsturniere mit Jugendspieler aus verschiedenen Fussballclubs und Regelschulen.

Koordinationstraining & Inklusionstag mit dem FC Brunnen

Zum Start war Hans Tanner (Schweizer Meister Weitsprung und ehemaliger Koordinations- und Lauftrainer FC Zürich) von der Laufschule Tanner zu Gast. Das Koordinationstraining unter seiner Leitung war für Spieler und Trainer gleichermassen informativ. Die neu erlernten Trainingsmethoden zur Verbesserung der Laufkoordination zeigten den Anwesenden neue Trainingsmöglichkeiten auf und verbanden wichtige Elemente wie Spass und Lernerfolg.

Am Frühen Abend fand bereits das erste Inklusionsturnier statt. Junioren des FC Brunnen mischten sich mit den Special Needs Teams und spielten um den ersten Turniersieg. Dies zeigte wieder einmal, wie einfach Inklusion sein kann. Schnell waren die Barrieren überwunden und die Jugendlichen spielten gemeinsam und mit Freude Fussball.

Inklusionstag mit der MPS Ingenbohl-Brunnen & Vortrag Inklusion in der Praxis

Der Inklusionsworkshop an der MPS Ingenbohl-Brunnen ist mittlerweile schon fester Bestandteil im Lehrplan, hierbei konnten die fast 100 Schüler und Schülerinnen ihre Fragen und Berührungsängste zum Thema Beeinträchtigung loswerden. Der Vortrag von unseren FIM Experten und den teilnehmenden Trainern hat Schüler und Lehrkräfte einmal mehr begeistert. Weiter ging es zum gemeinsamen Mittagessen bei dem die gemischten Teams für das Inklusion-Turnier am Nachmittag ausgelost wurden. Dieses Turnier war für die Jugendlichen mit und ohne Beeinträchtigung ein riesen Spass. Sie durften auf und neben dem Fussballfeld unvergessliche Momente erleben.

Anschliessend fand ein Informationsabend statt. Trainer und Behörden aus der Region Brunnen sowie Unterstützer und Sponsoren des SACs hatten die Möglichkeit durch einen Vortrag von Dr. Martin Sowa (VfB Stuttgart) mehr über die Umsetzung von Inklusionsprojekten zu erfahren. Zu den zahlreichenden Teilnehmenden gehörte unter anderem der Schweizer Ringer Damian von Euw. Wir haben uns sehr über die Teilnahme gefreut und finden es stark, dass sich auch junge Spitzensportler für das Thema Inklusion interessieren.

Inklusionstag in Zug

Inklusionstag mit dem Fussballclub Zug 94. Alle zwei Jahre besucht die FIM-Family sein Mitglied im Herti Stadion in Zug. Beim diesjährigen Inklusionsworkshop für die Junioren von Zug 94 wurden diese in der Theorie und Praxis über Inklusion und den Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung aufgeklärt. Ein Spieler vom VfB Stuttgart gab direkte Einblicke in das Leben eines Sportlers mit Beeinträchtigung und erzählte über seine Teilnahme an den Special World Games in Abu Dhabi oder die alltäglichen Hürden, die er zu meistern hat. Die Jugendlichen waren sehr beeindruckt und wurden gleich viel offener im Umgang mit den Special Needs Spielern. Auf dem Spielfeld zeigte sich dies sofort. Neben dem sportlichen Ehrgeiz bestimmte verständnisvoller Umgang und Fairness das Treiben auf dem Platz.

Ausflugstag & Grillabend

Jedes Jahr bietet das SAC auch einen Ausflugstag als Highlight. Dieses Jahr ging es mit dem Schiff über den Vierwaldstätter See und anschliessend per Standseilbahn und Fussmarsch vom Seelisberg-Dorf zum bekannten Seeli, bei dem ein Picknick eingenommen wurde. Abgerundet wurde der Ausflug mit dem Besuch auf dem Rütli. Für viele Teilnehmende war dies der erste Ausflug dieser Art in ihrem bisherigen Leben und sie genossen dies sichtlich. Nach der anstrengenden Wanderung wurde der Abend bei einem gemeinsamen Grillfest und ein paar Runden Kartbahn fahren ausklingen gelassen.

Turnierfinale & Walking Football

Der Tag startete mit einer Trainingseinheit und wurde mit einem Parcours, bestehend aus einem Quiz und Zirkeltraining, weitergeführt. Hierbei legte das Team vom FC Lugano am meisten Geschick, Schnelligkeit und Scharfsinn an den Tag und konnte als stolzer Sieger vom Platz gehen. Die Freude bei den „Camaleonti“ aus Lugano war riesig und der bisher weniger erfolgreiche Turnierverlauf vergessen.

Am späteren Nachmittag kam es zum Finalturnier der Special Needs. In packenden Spielen konnte sich das Team vom VfB Stuttgart gegen den FC Brunnen durchsetzen. Auch wenn es nur einen Sieger gab ging niemand als Verlierer vom Platz.

Zum Wochenabschluss fand ein Walking Football Turnier statt, dies war das Erste dieser Art in der Schweiz. Sponsoren, Gönner und Unterstützer stellten insgesamt acht Teams. Während der Schweizer Skirennfahrer Sandro Viletta das Helvetia Team unterstützte, kämpften in der EHC Kloten Mannschaft Topscorer Eric Faille, Gian und Luis Janett um den Turniersieg. Die Gemeinde Brunnen-Ingenbohl, mit der Gemeindepräsidentin Irène May-Betschart, und der Kantonsrat Schwyz stellten ebenfalls ein Team. Das Team Helvetia konnte unter tosendem Applaus der Special Needs Teams und Zuschauern im Penalty schiessen das Turnier für sich entscheiden.

Zusätzlicher Erfolg: Erarbeitung einer Trainerausbildung

Während der Camp-Woche beschäftigten sich an den täglich durchgeführten Workshops zahlreiche Trainer und Betreuer aus Deutschland, England, Frankreich, Österreich, Portugal und der Schweiz mit der Ausarbeitung einer Trainerausbildung für Teams mit Beeinträchtigung. Die Trainer der Special Needs Teams Chelsea FC und Paris Saint-Germain, die aufgrund der aktuellen Covid-19 Situation nicht vor Ort sein konnten, nahmen über eine Videokonferenz am Austausch teil. Zusätzlich vor Ort waren auch Sozialpädagogen von der Heilpädagogischen Schule Sonnenberg, Professoren des Internationalen Fussballinstituts in München sowie der Trainer der Schweizer Blindenfussballnationalmannschaft. Dank dieser Expertenrunde konnten erste Eckpunkte für eine Ausbildung definiert werden und ein Leitfaden kann nun im Nachgang ausgearbeitet werden.

Wir bedanken uns, auch im Namen der Jugendlichen, bei den Unterstützern und Volunteers, die uns in dieser turbulenten Zeit die Treue gehalten haben und durch ihr mitwirken, den Teilnehmenden unvergessliche Momente beschert haben.